Zugegeben, es führt in diesem Jahr kein Weg an der Erkenntnis vorbei, dass wettertechnisch der Norden der Republik gegenüber allen anderen Landesteilen stark benachteiligt ist. Während sich in Süddeutschland die Ausbeute an guten Streckenflugtagen durchaus sehen lassen kann, muss man für den Norden schon ziemlich lange im Kalender stöbern, um den einen oder anderen Tag ausfindig machen zu können. Wenn man dann noch sein Hauptaugenmerk noch auf die Wochenenden legt, dann ist die Frustration besonders groß. Es darf mit Fug und Recht behauptet werden, dass der gesamte Saisonverlauf, insbesondere aber unsere sportlichen Ziele buchstäblich ins Wasser gefallen sind. Auch das vergangene Wochenende war hierfür ein typisches. Der Samstag fiel dank starker Regenfälle mal wieder ins Wasser, während der Sonntag zum Glück zu ein paar Thermikflügen einlud.

Hochmotiviert wurden deshalb die Flieger am Sonntag aus der Halle ausgeräumt um möglichst schnell mit dem Flugbetrieb beginnen zu können. Wunderschöne Cumulanten (Blumenkohlwolken) zeichneten Wolkenstraßen an den Himmel, die scheinbar nur darauf warteten, von uns ausgeflogen zu werden. Adrenalin pur für jeden Segelflieger. Aber nicht nur für die. Auch zahlreiche Fluggäste hatten sich bereits am Vortag telefonisch angekündigt, um im Laufe des Sonntags einmal in die Luft abheben zu können. Neben ausgedehnten Flugzeugschlepps wurden in diesem Zusammenhang mit unserem Ultraleichtflugzeug auch mehrfach Stippvisiten an die Ems geflogen, um das Ausdocken des neuesten „Luxus-Liners“ der Meyer-Werft aus der Luft zu beobachten.

Unsere Flugschüler nutzten derweil jede Möglichkeit zu Schulungsflügen, um ihren Trainingszustand zu verbessern. Buchstäblich über das Ziel hinausgeschossen ist dabei „unser Felix“. Versehen mit einem Flugauftrag für einen längeren Thermik-Flug in Platznähe ist er wohl im Laufe des Fluges den Reizen und Lockrufen der zahlreichen Wolkenstraßen erlegen und hat den Radius um den Flugplatz etwas weiter gedehnt als eigentlich gedacht. Als dann plötzlich die Thermik nachließ und er keinen Anschluss mehr an die Wolkenstraßen fand war für ihn der Rückflug zum Flugplatz in unerreichbare Ferne gerückt. Eine Außenlandung auf einem Acker war unausweichlich geworden. Felix wäre aber nicht Felix, wenn er nicht auch diese Situation vorbildlich gemeistert hätte. Wie wir aus der Luft beruhigend feststellen konnten, hatte er einen optimalen Acker als Außenlandefeld ausgesucht.

Und auch am Boden muss er dann wohl die Lage vollkommen unter Kontrolle gehabt haben. Immerhin gelang es ihm eine Gruppe Sonntagsausflügler einer Planwagentour zu motivieren, den Twin über den Acker bis nahe an die Straße zu schieben, so dass wir Rückholer dann am Abend den Flieger nur noch „eintüten“ mussten.

 

 

 

 

 

 

Allen Helfern von dieser Stelle nochmals vielen Dank für die Unterstützung! Weitere Bilder von der Rückholtour gibt es hier zu sehen:

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