„Der heutige Tag wird für alle Klassen neutralisiert“ schallt es durch die Breafinghalle des OVFL auf der BZM in Achmer. Trotz der Flüge jenseits der 500 km Marke am Vortag schaute man bei unseren jungen Piloten in recht enttäuschte Gesichter. Nicht zu fliegen war keine Option. 

Bereits am Abend zuvor checkte unser Jugendgruppenleiter Andre routinemäßig das Wetter für den nächsten Tag – „keine Thermik, nur viel Wind“ musste er ernüchternd feststellen. Wind aus südlicher Richtung mit über 20 km/h. „Morgen Porta?“ – „Wind?“ –  „24kmh“ – „Meinst du das reicht?“ – „Müsste gehen!“ wurde per WhatsApp mit Lucas beratschlagt. Als sich am Morgen die Vorhersagen noch verstärkten wurde der Plan immer ernster. Mario und Marcel konnten kurzerhand auch noch von den beiden für die Idee begeistert werden, sodass sich die vier mittags samt Duo, Libelle und Mosquito auf die 100 km lange Fahrt gen Flugplatz Porta Westfalica aufmachten.

 „Jungs, das sind momentan nur 20 km/h, das könnte knapp werden“ kontaktierte Michael, der schon zweimal an der Porta war, die vier auf der Fahrt telefonisch. Umdrehen oder weiter fahren, das war nun die Frage. Man entschied sich für’s Weiterfahren. Leider erst um kurz vor 2 kam der Hänger-Corso am Flugplatz Porta-Westfalica an. „Warum seid ihr denn erst so spät da?“ machte uns ein Ortsansässiger Pilot darauf aufmerksam, dass wir zum Hangfliegen nächstes mal ruhig schon früher da sein könnten. Egal –jetzt waren wir schon einmal da, dann wollen wir auch fliegen. 

Dank geübter Handgriffe waren die drei Flugzeuge in Windeseile aufgebaut und an den Start geschoben. Marcel und Andre im Duo waren als erstes dran – „wenn die oben bleiben, dann muss der Hang ja tragen“ scherzte Mario noch etwas skeptisch. Für die beiden Flachlandflieger gab es jetzt kein zurück – das Seil wurde eingeklinkt und dann ging es per Winde auf rund 350m. Stille – die Nadel des Fahrtmessers hing bei 90km/h. „Jetzt nur mit bestem Gleiten Richtung Hang und gucken was passiert“ so Marcel angespannt vom hinteren Co-Piloten Sitz.  

Geschafft! In 300m kommen wir dank des Rückenwindes an der Porta an und das Vario fängt zögernd an leise zu piepen. „0,2 – 0,4 – 1,1 – 0,8“ wurden die verhaltenen Steigwerte im Duo durchgegeben. Um sich erst einmal mit dem neuen Gelände und dem daraus resultierenden neuem Flugstil anzufreunden entschied sich das Team der Z2 einem Ortsansässigen in seinem Flieger zu folgen. Es galt ein Gefühl für die Aufwindströmungen zu bekommen, die doch ganz anders waren, als die den Flachlandfliegern vertraute Thermik. 

In Rund 350m wagte man sich also nun zum ersten Mal am Wiehengebirge entlang in Richtung Westen. Mittlerweile waren auch Mario mit seiner 30 und Lucas mit der KJ in der Luft und testeten den Hang. Da der Wind nicht all zu stark war drehten alle nach etwa 10km wieder um in Richtung Kaiser Wilhelm Denkmal. Während die vier die Vatertagstour in der Luft verbrachten, konnten unzählige Schaulustige von der Bierbude am Denkmal aus unseren schönen Sport bestaunen. Weiter Richtung Osten oder gar an den Ith zu springen traute sich keiner der Neulinge, stattdessen wurden Lucas und Mario immer vertrauter mit dem neuen Fluggebiet sodass Marcel und Andre die beiden in regelmäßigen Abständen unterhalb der Hangkante mit 200km/h entlangzischen sahen.

Pünktlich um 17:00 Uhr setzten die vier wieder auf dem Flugplatz Porta-Westfalica mit einem breiten Grinsen, vielen coolen Bildern und Videos und einer neuen Erfahrung auf – man wollte schließlich pünktlich zum Breafing wieder in Achmer sein. Auch wenn nach 2 Stunden Flugzeit nur 78 OLC-km verbucht werden konnten hat es allen einen riesigen Spaß und Lust auf mehr gemacht. Aktionen wie diese zeigen, wie spontan und unkompliziert das Fliegen als Jugendlicher/Junger Erwachsener in unserem Verein sein kann!

„Wir kommen wieder, dann aber bei mehr Wind“ hieß es bei der Verabschiedung von den Gastgebern aus Porta.

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