Nachdem das Sommerlager des LSV Papenburg in zwei aufeinanderfolgenden Jahren von der Thermik in der Lausitz profitierte, war das diesjährige Ziel des LVP eines der Wiegen der Segelfliegerei – die Rhön. Unweit der Wasserkuppe erflogen die Papenburger von Neustadt an der Saale Deutschland vom Thüringer Wald über Bayreuth, Franken, dem Odenwald, Südhessen und eben der Rhön.

Alle am Denkmal18.07.
Anstrengende Ankunft der Piloten und Co, da man den letzten Kilometer nur im ersten Gang bewältigen konnte (Auffahrt zum Flugplatz durch schmale Straßen, die bis zu 45° ansteigend waren).
Die Zelte und Wohnwagen wurden noch trocken aufgebaut, doch dann konnten die Gummistiefel angezogen werden.

19.07.
Noch nicht einmal der Blick aus dem Zelt wurde gewagt, da man schon den Regen prasseln hören konnte. Die Jugendgruppe entschloss sich den letzten Öffnungstag des lokalen Schwimmbads auszunutzen und wanderte den Berg hinab. Nach 4 Stunden Badespass und einem Zwischenstop beim örtlichen Dönermann war der Anstieg umso anstrengender für die Flachlandtiroler.
Am Abend kam dann auch das UL mit Winfried und Helga. Die legten zuvor in Tannheim (Tanncosh) auf dem Fliegertreffen einen Zwischenstopp ein.

20.07.
Endlich Sonne! Alle bekamen ihren Einweisungsflug und die ersten Thermikflüge wurden unternommen. Dabei genoss man die reizvolle Landschaft und der direkt an der Position gelegene Steinbruch wurde zum Gesprächsthema, da behauptet wurde, dass man sogar mit dem Puchacz darin landen könne.

21.07.
Der Himmel sieht vielversprechend aus… MM, 4A, 4H, MC und 30 werden aufgerüstet. Das UL ist schon in Richtung Zugspitze aufgebrochen. Tagesziel der Streckenflieger ist es, die Wasserkuppe einmal aus der Luft zu sehen und der Schulbetrieb wurde aufgenommen. Die abendliche Auswertung ergab 173 km für MM und 121 km für 4A.
Der Abend wurde mit dem ersten gemeinsamen Grillen wie zu erwarten zu einer urgemütlichen Veranstaltung.

22.07.
Mal wieder konnten wir direkt die Gummistiefel anziehen –> es regnet schon wieder. Schnell war der quasi tragische Beschluss der Jugendgruppe gefasst, ein weiteres Schwimmbad in Augenschein zu nehmen. So fuhren die jungen Wilden nach Bad Königshofen in die FrankenTherme. Nach einer Stunde lies ein Blick zum Himmel die falsche Entscheidung die fröhlichen Gesichtzüge entgleisen. Die Wolken rissen auf und die Sonne schien bis in die Nacht hinein. Die jüngste im Camp (Matilda, 3 Monate) fuhr mit ihren Eltern zur Wasserkuppe, die Ackermänner sind Shoppen in Schweinfurt, Andreas Wotte und Martina gucken sich Bad Kissingen an und der Rest macht sich einen „schönen“ Tag im Camp. Toll ! 🙁
Abends wurde der Wetterbericht für den Folgetag abgerufen, der leider wieder Regen mit Gewittern ankündigte. Bevor die Jugendgruppe, die in Zelten schläft, komplett absäuft, beschlossen Martin, Lucas und Jens eine trockenere Unterkunft in Beschlag zu nehmen: So wurden Feldbetten, Matratzen, Schlafsäcke und Co unter den Arm geklemmt und die klitschnasse Truppe wanderte in Richtung DG-Anhänger. Als der Rest der Gruppe das mitbekam, füllte sich der Anhänger. Eine wirklich gute Alternative zum Zelt…

23.07.
Der Blick in Richtung Süden lässt nichts Gutes erahnen. Dennoch wollten wir die direkte Neutralisierung des Vortages nicht wiederholen und verlegten das Briefing auf das zweite Frühstück (14 Uhr)(sicher ist sicher). Wind und Wassermenge überzeugten dann jedoch zu einem gemeinsamen Ausflug zur Wasserkuppe. Für viele war es das erste Ma. So wanderte die homogene Gruppe zielstrebig zum dortigem Segelflugmuseum. Durch unseren privaten Tourguide Winfried erfuhren alle nicht nur das vorhandene Wissen, sondern auch persönliche Erlebnisse. „Geiler Schuppen“, sagte Mario, und damit sollte er recht behalten. Das Museum entpuppte sich als wahres Multimediazentrum des Segel- und Modellflugs. Nach einer kleinen Stärkung wanderten alle gemeinschaftlich zum Fliegerdenkmal, welches sofort eingenommen wurde.
Der Abend auf dem Marktplatz sorgte mit Livemusik für einen angenehmen Ausklang des erlebnisreichen Tages.

24.07.
Der Morgen sieht vielversprechend aus, jedoch versprach der Wetterbericht wie so oft rege Schauertätigkeit. Das Briefing bekam mittlerweile ein Freischwimmzeugniss, fiel ins Wasser und wurde auf 11:30 Uhr verlegt. Da die Wetterlage noch immer nicht eindeutig ist, wurde das Briefing wiederum auf 13 Uhr verlegt (denn die Hoffnung stirb zuletzt). Ein schnuckeliger Crosswind von gemütlichen 35 kt überzeugte dann doch, alternativ ins Kino zu fahren. Doch beim Zusammenrufen der Meute riß der Himmel auf und der Wind schwächte sich ab. In einem weiteren Briefing um 14:30 führte eine erneute Meinungsbildung dazu, doch noch die 4H und 30 rauszuholen. Alle bekamen ihre zwei Starts und es wurde munter bis 19:30 Uhr geflogen. Am Abend entschloss sich dann doch noch ein Teil ins Kino zu gehen.

25.07.
09:00 aufstehen und die Sonne scheint. Doch zum Briefing kommen immer mehr Schauer in Sichtweite. Darum werden erst kleinere Reparaturen und die Flugzeugpflege in Angriff genommen. Um 14 Uhr dann ausräumen der 4H und 30. Es werden ganze 4 Starts und Landungen der Surwolder gemacht, um nach 3,5 Stunden alles wieder einzuräumen.
Nach einer Nacht mit 6 Leuten im DG-Anhänger haben Lucas und Jens nun noch den Puchacz-Anhänger als Wohnwagen umgebaut. Nun brauchen diejenigen, die Abends mal länger in der Stadt sind, keine Rücksicht mehr auf die Youngstars nehmen.

26.07.
Heute ist Streckenfliegen angesagt. Alle Flugzeuge sind aufgerüstet und stehen am Start. Es gibt aber noch leichte Unstimmigkeiten, wer wann fliegen darf, möchte und kann.
MM, 4A und 4H sind schnell besetzt und starten ihren Flug. Bei 30 und MC stehen die Schüler Schlange, aber durch Jörgs Spickzettel läuft alles in geregelten Bahnen. Gegen 14:45 klingelt jedoch Lucas Handy: Es ist Jens, der eigentlich seinen 50km-Flug fliegen wollte, dass er auf einem Acker zwischen Stockheim und Ostheim (2km entfernt von einem Flugplatz) landen musste. Schnell machte sich ein Rückholteam mit Willi auf den Weg. Vielleicht kann man den Mistral noch wieder aufrüsten, um noch etwas zu fliegen. Da hatte man aber die Zeitrechnung ohne die Bayrische Polizei gemacht. Schon bald klingte das Handy bei Thorsten am Start. Thorsten erklärte den Polizisten den Vorgang. Das wurde auch verstanden. Da aber nach Aussage der Polizisten in Bayern nichts verloren geht, wurde die Zusendung von diversen Dokumenten durch Thorsten per Fax erforderlich. Ganz schön aufregend 😉
Am Abend stehen bei MM 558km, bei 4A 281km und bei der 4H gleich drei Flüge (47km, 59km, 77km) auf dem Logger.

27.07.
Dieser Morgen starteten mit einem persönlichen Besuch der Polizisten vom Vortag in Neustadt. Noch vor dem Frühstück standen die kontaktfreudigen Beamten bei Thorsten im Vorzelt. Souverän erklärt Thorsten den Polizisten noch einem die rechtliche Situation. Die Ursache für die plötzliche Übelkeit von Jens, die zum sofortigen Abstieg führte, konnte aber nicht ermittelt werden. Vermutungen rund um das Gulasch vom Vorabend bestätigten sich nicht. Der Frage der Polizisten nach Alkohohl musste sich zwangsläufig mit Blick auf die Bierkästen ergeben. Aber auch hier konnte die alte Segelfliegerweisheit: „24 Stunden vor den Flug kein Alkohohl und B….!“ sachdienliche Hinweise liefern. Nach ca. 0,5 Std. fuhren die Polizisten auf ihre Dienststelle zurück, um den aus 30 Fragen bestehenden Fragenbogen nach besten Wissen und Gewissen zu beantworten. Zwischenzeitlich waren alle Flugzeuge aufgerüstet und der Flugbetrieb wurde aufgenommen. MM und 4A starten zum Streckenflug. Es werden aber auch wieder viele Schulungsflüge unternommen. Die abendliche Auswertung Streckenkilometer ergab, dass sowohl MM als auch 4A 210 km mit einem 49er Schnitt geflogen haben, obwohl beide eine ganz unterschiedliche Streckenführung gewählt hatten. Für die kulinarischen Genüsse sorgte an diesem Abend ein mobiler Pizzabäcker mit der Zubereitung der Pizzen direkt am Campingplatz. Eine durch die Boberger geplante Wiederholung der Veranstaltung muss leider kurzfristig abgesagt werden, da der Pizzabäcker mit einer Blutvergiftung ins Krankhaus eingeliefert worden sei ! Wir wünschen ihm gute Besserung.

28.07.
Der Morgen sieht mal wieder perfekt aus. Basis ist zwar nicht übermäßig hoch, aber es reicht für die Streckenflieger MM, MC, 4A und 4H werden an den Start geschoben. MC kommt mit 50km wieder, dann folgt Manuela, die ihren 50km-Flug fliegen will. Nachdem die frischgebackenen Eltern Andrea und Thorsten mit dem Puchacz weggeflogen sind, nahmen sie MC auf den „Pickel“ und flogen zusammen 25km gerade aus. Dem Verband schlossen sich schnell 4H und auch 4A an. Schließlich gab die Hammerwolkenstraße noch einen gemütlichen Nullschieber bei 150 km/h her.
So standen bei MM 507km, bei 4A 119km und 148km, bei 4H 319km, bei MC 50km und 135km und bei 30 97km und 93km auf der Kilometeruhr.

28.07.
Heute hieß es, dass Blauthermik angesagt sei. Der Start wurde wie immer aufgebaut und die Flugzeuge aufgerüstet, doch dann standen auf einmal ein paar Cumuli am Himmel. Die Streckenflieger gingen dieses Mal zögernd raus. Der Schulungsbetrieb lief aber auf Hochtouren. So hatte fast jeder Schüler seinen Thermikflug, wobei aber nach einer Stunde wieder Blauthermik angesagt war. Am Abend wurde ein Pizzabäcker gerufen, der die Pizza direkt vor Ort gebacken hat. Bei der Auswertung der Flüge kamen bei MM 191km, bei 4A 225km und bei 4H 63km raus.
Nachdem Auswertung und Essen geschehen waren, hatten die Flugschüler für die Fluglehrer noch eine Überraschung: Thorsten, Jörg und Winfried bekamen als kleine Aufmerksamkeit einen Wurfflieger. Thorsten bekam als Geburtstagsgeschenk zusätzlich noch ein Notfallset für einen mißlungenen Segelfliegertag.

29.07.
Der Himmel sieht zwar gut aus, jedoch steht der Windsack ziemlich steif in der Luft. Mal gucken, was der Tag noch so bringt. Der Wind lässt gegen Mittag etwas nach. Die Streckenflieger starten nun und die Schulung wird aufgenommen. Am Abend sind wieder OLC-Kilometer zu melden: MM 191km, 4A 225km und 4H 63km und 98km.

30.07.

Auch an diesem Tag konnte wieder geflogen werden. 😉 Das Fluglehrerteam verkleinerte sich aufgrund des Rückfluges von Winfried und Helga mit der C 42 in Richtung Heimat. Nach einem frühen Start erfolgte die Landung in Surwold bereits um 14:30. Unter den wachen Augen von Thorsten und Jörg wurde auch auf Seiten der Schüler und „jungen“ Scheinpiloten kräftig geflogen. Kilometermässig standen bei „MM“ 333 km und bei Jörg 82 auf der „Uhr“

31.07.

Wieder fliegen. 😉 Trotz grosser Hitze wurde wieder eifrig der Steinbruch als Thermikspender genutzt. 32 Starts wurden an diesem Tag gemacht und „MM“ legte 183 km zurück

01.08.

Abreisetag! Eine kleine Gruppe der Surwolder entschied sich erst am Sonntag zu fahren. Schnell war der Start aufgebaut und die ersten Flieger hoben ab! Marcel nahm in der „MC“ auf dem Bleikissen Platz. 4:50 sollte er es aushalten! Trotz einer Abschirmung konnte alle noch zu einem längern Thermikflug oder sogar Streckenflug starten. Martin nahm in der DG 500 Platz und „scheuchte“ sie zusammen mit Jörg 133 km über die Röhn. Nach der Landung erfolgte ein Wechsel der Besatzungsmitglieder. Auf den Pilotensitz nahm Manfred Platz unterstützt durch Jörg. Mittels FS durch Helmut mit der „LR“ wurde der thermische Anschluss gefunden und es konnten in einem zweistündigen Flug nach 100 km jede Menge tolle Eindrücke mit Blick auf die Röhn gesammelt werden. Trotz einer fetten Abschirmung konnte Marcel immer wieder Thermik finden. Heinz hatte sich an diesem Tag für die Eule entschieden! Eine gute Wahl, wie sich später herausstellen sollte. Eine Landung von Heinz wurde nach ca. 1,5 Stunden nur notwendig, da Heinz das Proviant an Bord ausgegangen war. Um 18.45 landete dann auch die „4H“. Die Flieger wurden jetzt abgerüstet und alle sicher für die Rückfahrt in den Hängern verstaut. Nach dem Abbau der Vorzelte, eine wirklich schweisstreibende Arbeit, wurde das Sommerlager 2009 mit einem gemeinsamen Essen in einem Biergarten in Neustadt beendet !

02.08.

Abreisetag

 

Fazit:

Für die Jubiläumsveranstaltung „LVP – 10 Jahre Sommerlager ON TOUR“ hätten wir uns besseres Wetter gewünscht. Trotzdem war die Stimmung gut und wir haben neben nassen Zelten und Schuhen viel Spass gehabt. Die Zusammenspiel mit den „Hamburgern“ aus Boberg hat gut geklappt. Auch das Organisationsteam der Neustädter rund um Steffen hat sicher einiges dazu gelernt. An dieser Stelle bedanken sich alle Teilnehmer für die Gastfreundschaft der Neustädter !!

Die Röhn aus Sicht eines Segelfliegers ist ein lohnendes Urlaubsziel !

 

Bilanz:

– 139 Schulflüge, davon viele Alleinflüge !

– 135 km Überlandflug durch Manu

– 4:50 Stundenflug durch Marcel

– Typenumschulung MISTRAL: Martin, Xavier, Typenumschulung LS 4: Joachim

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