„Neue“ Ultraleichtfluglehrer im Verein – Fortführung des Ausbildungsbetriebes ist gesichert

Es ist seit März zwar schon ein wenig Zeit verstrichen aber die Ereignisse um den geplanten Hallenneubau haben seit Anfang des Jahres die gesamte Aufmerksamkeit der Vereinsführung dermaßen in Anspruch genommen, daß nur wenig Zeit blieb, um über nicht minder wichtige Neuigkeiten zu berichten. An Aktualität und Bedeutung für den Verein haben diese Nachrichten bis zum heutigen Tag allerdings nichts eingebüßt, weshalb es sich auch jetzt noch lohnen dürfte, darüber ein paar Zeilen zu verfassen.

Das mit Jörg und Thorsten dem Verein seit März diesen Jahres zwei neue Ultraleichtfluglehrer zur Verfügung stehen ist z.B so eine Neuigkeit, die im Trubel der Ereignisse etwas untergegangen ist.

Für die Existenzsicherung und Historie der Fachsparte Ultraleichtflug allerdings eine nicht ganz unwichtige Begebenheit. Die Ultraleichtflugsparte wurde 2007 ins Leben gerufen. Dem vorangegangen war der Verkauf des Vereinsmotorseglers, der aufgrund mangelnder Auslastung im Verein nicht mehr rentabel betrieben werden konnte. Die Aussicht durch den Umstieg auf ein flugzeugschlepptaugliches Ultraleichtflugzeug auch endlich eigenständig Flugzeugschlepps am Platz durchführen zu können, ließ deshalb nur bei wenigen Vereinsmitgliedern Wehmut nach dem „Falken“ aufkommen.

Von Beginn an war Winfried Grever als Ultraleichtfluglehrer dabei, der durch seine ehrenamtliche Schulungstätigkeit einen wichtigen Beitrag zum Aufbau der Ultraleichtflugsparte geleistet hat. Anfänglich saß Winfried Stunde um Stunde im Cockpit der „Wiskey Hotel“, einer C42B, um möglichst schnell alle Motorseglerpiloten auf das Ultraleichtflugzeug einzuweisen. Ebenso verhalf er im Laufe der Jahre zahlreichen Segelflugpiloten des Vereins zur Ultraleichtfluglizenz. Der Aufbau der Ultraleichtflugsparte ist unter anderem auch durch sein Engagement zu einer Erfolgsgeschichte geworden, von der ebenso die Segelflugsparte profitieren sollte. So wurde unser erstes UL, die „Wiskey Hotel“ z.B. zu zahlreichen externen Sommerlagern mitgenommen, um unter anderem auch als Schleppflugzeug eingesetzt zu werden.

Winfried in Aktion

Im Sommer vergangenen Jahres kam es dann aber zu einer Zäsur. Winfried musste seine fliegerische Laufbahn aus gesundheitlichen Gründen von einem auf den anderen Tag beenden. Der Verein hatte somit urplötzlich keinen Ultraleichtfluglehrer mehr in seinen Reihen. Einweisungen, Umschulungen, Überprüfungsflüge etc. waren nun mehr nicht mehr in bisher gewohnter Eigenregie möglich. Die Existenz der Ultraleichtflugsparte stand somit mittelfristig auf der Kippe.

Die Devise lautete von da an: „Neue Fluglehrer braucht das Land, bzw. der Verein!“

Doch woher nehmen und nicht stehlen? Die Ausbildung neuer Fluglehrer, sei es nun für die Sportfachgruppe Segelflug oder Ultraleichtflug wird selbstverständlich durch den Verein gefördert. Aber leider erfüllte keiner der Ultraleichtflugpiloten zu diesem Zeitpunkt die notwendigen Bedingungen, um sich zum Fluglehrer ausbilden zu lassen. Blieb also, um kurzfristig auf neue Fluglehrer zugreifen zu können, nur die Alternative dass Jörg und Thorsten ihre Lehrlizenzen um die der Ultraleichtfluglehrlizenz erweiterten.

Aber dieses Unterfangen gestaltete sich anfangs schwieriger als gedacht. Zwar wurden Fortbildungslehrgänge zum Erwerb der Lehrberechtigung angeboten aber die Kurse, zu denen sich die beiden angemeldet hatten, wurden dann mangels Teilnehmer immer wieder kurzfristig abgesagt.

Aus einer Art Frustgefühl keimte dann der Gedanke auf, doch selber einen solchen Kurs organisieren zu können. In Martin Emke, seinerzeit Vorsitzender des LSV Wildeshausen, fand man einen interessierten Mitstreiter, der sich an den Vorbereitungen und der Durchführung einer solchen Maßnahme gerne beteiligen wollte. Desweiteren gesellten sich Günter Bertram, Geschäftsführer des DAeC-LVN und Jürgen Pechmann, Leiter des DaeC-Luftsportgerätebüros dazu, die ebenso unterstützend tätig wurden. Entsprechend gesetzlicher Vorgaben wurde dann ein Kursplan entwickelt, Kontaktpersonen für Vorträge angesprochen, Räumlichkeiten auf dem Flugplatz Ahlhorn als Austragungsort für die Maßnahme hergerichtet und der Lehrgang als LVN-Maßnahme öffentlich ausgeschrieben.

Am Freitag den 7. April war es dann endlich soweit. Nachmittags trafen sich die Teilnehmer und Lehrpersonal auf dem Ahlhorner Flugplatz. An dieser Stelle einen großen Dank auch an die vielen Helfer im Hintergrund, die auch durch ihr Engagment diese Veranstaltung haben zu einen Erfolg werden lassen! Nach einem ersten Kennenlernen wurde der Abend für das Abarbeiten erster Theorieblöcke genutzt. Insebsondere die Motorentechnik stand dabei im Mittelpunkt. Viele offenen Fragen konnten hierzu geklärt werden.

Der Samstagvormittag wurden dann für die Abarbeitung weiterer Theorieblöcke genutzt, bevor es am Mittag dann raus auf´s Flugfeld ging, um endlich die praktische Ausbildung in Angriff zu nehmen.

Mit der Wildeshausener P92 und der Papenburger C 42 C standen den Lehrgangsteilnehmern zwar zwei moderne Flugzeuge zur Verfügung, In ihrer Bedienung und ihrem Flugverhalten hätten sie allerdings nicht unterschiedlicher sein können. Insbesondere die Mittelsteuerung der C 42 verlangte von den Kursteilnehmern, allesamt ausgewiesene Segelfluglehrer, ein aktives Umdenken ab.

Vom üblichen souverainen „Rechtshänder“ wurde man durch den Sitzplatzwechsel zum untrainierten „Linkshänder“. Deshalb wurden beide Flugzeuge von den Lehrgangsteilnehmern auch zu zahlreichen Übungsflügen genutzt.

Am Sonntagvormittag hieß es für die Kursteilnehmer dann noch einmal „Schwitzen“ und die Schulbank drücken. 10 Fragen galt es in Langschriftform zu beantworten, um die Theorieprüfung zu bestehen. Alle Teilnehmer hatten nach Auswertung der Prüfungsunterlagen bestanden, sodaß den obligaten Prüfungsflügen dann nichts mehr im Wege stand.

Am Ende der Veranstaltung hatten vier Kursteilnehmer den Lehrgang erfolgreich absolviert und dürfen ab sofort auch als Ultraleichtfluglehrer zum Einsatz kommen. Zudem hat Martin Emke die Berechtigung erworben als Fluglehrerprüfer tätig zu werden. Herzlichen Glückwunsch allen Teilnehmern!

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