Luftsportverein fordert Unterstützung für Flugplatz in Surwold

Papenburg/Surwold. Der Luftsportverein Papenburg Hümmling hat den Bau eines neuen Radweges zwischen Börgerwald und Breddenberg, der direkt am Flugplatz des Vereins vorbeiführt, zum Anlass genommen, finanzielle Unterstützung für den Ausbau des Flugplatzes zu fordern. Gespräche gebe es seit vielen Jahren, passiert sei bisher nichts.

„Die verbesserte Einbindung unseres Flugplatzes in die touristische Entwicklung des Nordhümmlings ist uns schon seit Jahren ein Anliegen und ein fester Bestand unserer Vereins-Agenda 2020 zur zukunftsorientierten Entwicklung unseres Vereins“, sagt Jörg Ackermann, Vorsitzender des Luftsportvereins. Die Infrastruktur auf der Anlage nennt Ackermann „ unzureichend“ und „wenig einladend“, zuletzt musste im Juli dieses Jahres ein Wirtschaftsgebäude aus dem Jahr 1888, in dem die Vereinswerkstatt und die Flugzeuganhänger untergebracht waren und das von den Mitgliedern mit viel persönlichen Einsatz gepflegt worden sei, abgerissen werden.

Fluglager mit anderen Vereinen nicht möglich

Gerne würde der Luftsportverein beispielsweise Fluglager am Flugplatz Steinberg, der an der Flugplatzstraße in Surwold liegt, durchführen. Anfragen von auswärtigen Flugvereinen würden regelmäßig eingehen, berichtet der Vorsitzende. „Unser Verein ist seit nunmehr 17 Jahren in den Sommermonaten zu Gast auf den unterschiedlichsten Flugplätzen in der Republik. Aufgrund der unzureichenden Infrastruktur an unserem Platz konnten wir bis dato leider keine Einladung zu einem Gegenbesuch aussprechen“, stellt Ackermann fest. Dabei sei die Lage wegen der Nähe zur Nordsee ideal. „Die ostfriesischen Inseln aus dem Cockpit eines Segelflugzeuges ist ein einmaliges Erlebnis“, weiß der Klubchef.

Auf eigene Kosten hat der Luftsportverein Papenburg Hümmling vor fünf Jahren jeweils an den Startplätzen großzügige Besucherecke eingerichtet. Jedes Wochenende biete man Interessierten an, an Rundflügen mit dem Segelflugzeug oder einem Ultraleichtflugzeug teilzunehmen. „Bei gutem Wetter reichen die Sitzplätze in unseren Flugzeugen oftmals nicht aus“, berichtet Ackermann. Das Interesse am Flugplatz und dem Luftsport in der Bevölkerung sei also vorhanden.

Begehung mit Kreis und Politik im Jahr 2012

Dennoch blockieren der Landkreis Emsland als Eigentümer des Fluggeländes und der Gebäude die kommunale Politik seit mehreren Jahren eine finanzielle Förderung ab. „2012 haben wir als Pächter den Landkreis und die Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion in einem Vororttermin über den Zustand seiner Liegenschaften informiert und um Hilfe gebeten. Der Arbeits- und Finanzierungsaufwand kann von uns als Pächter allein nicht mehr getragen werden. Trotz zahlreicher Gespräche in Meppen ist es uns bis heute nicht gelungen, den Kreis für eine Mitfinanzierung zu gewinnen“, berichtet der Vorsitzende. 2015 beschloss der Kreistag dann, „neben vier weiteren Sportarten der Flugsport im Emsland von jeglicher finanzieller Unterstützung auszuschließen“.

Für den Verein ein Teufelskreis, denn um an andere öffentliche Mittel, zum Beispiel der Leader-Förderung der Europäischen Union, zu kommen, ist eine Co-Finanzierung seitens der Kommunen Bedingung. „Zum jetzigen Zeitpunkt haben nur die Sparkassenstiftung und Kreissportbund eine Förderung in Aussicht gestellt – ebenfalls vorbehaltlich einer gesicherten Gesamtfinanzierung“, berichtet Ackermann.

Und auch für andere potenzielle (private) Sponsoren hätte eine finanzielle Unterstützung durch den Landkreis eine Signalwirkung, glaubt der Vorsitzende. Für alle Argumente seien die Verantwortlichen in Meppen bisher aber nicht zugänglich gewesen. „obwohl die Vermutung nahe liegt, dass die Finanzierung des Radwegs zwischen Börgerwald und Breddenberg ohne eine CO-Finanzierung nicht möglich gewesen wäre“, meint Ackermann.

„Zentrum des Flugsports“ im nördlichen Emsland

Aufgeben will der Verein dennoch nicht. „Wir werden in unseren Bemühungen zur Zukunftssicherung unseres Vereins nicht nachlassen. Unser Verein stellt seit 1951 das Zentrum des Flugsports im nördlichen Emsland dar. Wir werden alles tun, damit dieser Standort erhalten bleibt und hoffen dabei auf Unterstützung“, so Ackermann.

Dieser Artikel ist am 26.09.2017 in der NOZ erschienen – hier geht es zum Beitrag.

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