Freitag, 17.08.2007 gegen 19.00 Uhr MEZ. Ich stehe beim Bäcker an. Plötzlich merke ich, wie ich still in mich hineinhorche und feststelle, dass ich ein ziemlich breites Grinsen aufgesetzt habe. Jetzt kommen die Bilder der letzten Tage ins Gedächtnis, ohne ständig auf den Motor zu hören oder mit dem Fliegen beschäftigt zu sein. Heinz und ich haben geschafft, was wir uns vorgenommen haben. Einmal mit dem UL nach Schweden fliegen. Erleichtert und ein wenig stolz kaufe ich meine Brötchen ein …

Heil in Surwold angekommenDienstag, 14.07. Heinz und ich starten früh morgens in Klix. Zunächst soll es nach Tempelhof gehen. Einmal in Tempelhof landen, bevor der Platz dicht macht! Wir landen von Osten aus über dem Häusermeer von Berlin und sehen uns in Tempelhof um. Etwas enttäuscht stellen wir fest, dass zwar alles sehr teuer ist, aber ansonsten weniger los ist als in Leer.

Weiter geht´s in Richtung Westen am Olympiastadion und Potsdam vorbei nach Bienenfarm. Unsere ultraleichte Lady hat Durst. Wir tanken voll und fliegen nach Kiel. Auch hier nix los. Nicht mal das Restaurant hat geöffnet. Aber Heinz hat ja genügend Verpflegung dabei und zückt seine Mettwurst hervor. Flugplan machen, tanken, Schwimmwesten anlegen – und Abflug nach Höganäs. Schnell ist der Fehmarnsund in Sicht. Wir steigen auf 3500 ft. und hoffen, dass der Motor in der nächsten Viertelstunde nicht ausfällt. Kopenhagen Information begrüßt uns in Dänemark und begleitet uns bis Helsingö. Hier geht´s noch mal kurz über Wasser in Richtung Helsingborg. Als Höganäs in Sicht ist, schließen wir den Flugplan und landen gegen 18.00 Uhr MEZ dort. Wir werden freundlich begrüßt, Unser UL bekommt Sprit und wird verzurrt. Wir werden zum „Flying Fish“ eingeladen. Endlich was richtiges zu essen! Und lecker ist´s: Hering gegrillt auf süßlichem Schwarzbrot serviert. Jeden Dienstag Abend gibt es hier eine kleine Party mit Flyggfisk. Nach einem Spaziergang zum Hafen gehen wir recht früh ins Bett. Heinz arbeitet die ganze Nacht, um uns eine Schneise in den schwedischen Wald zu sägen, während ich versuche, bei 95dB zu schlafen.

Die Sägerei wäre nicht nötig gewesen, denn am nächsten Tag ist wie vorher schon befürchtet nix mit Fliegen. Wir entschließen uns, das Flyggmuseum in Ängelholm zu besuchen.

Donnerstag dann können wir zu einem zweieinhalbstündigen Flug über Schweden starten. Wälder und Seen und ab und zu ein kleiner Hof, auf dem Michel wohnen könnte. Abends treffen wir auf Jan auch Tabor in Tschechien. Jan wollte mit seinem Trener UL nach Spitzbergen fliegen. Heute ist er 6 Stunden über offenes Wasser geflogen. Der hat Nerven!

Am Freitag Morgen begrüßt mich Heinz: „Du kannst aber auch ganz gut schnarchen.“ Tja: gelernt ist gelernt! Es geht nach Hause. Diesmal wollen wir über Aerö in Dänemark fliegen. Das Wetter ist durchwachsen, aber fliegbar. In 1500ft fliegen wir dicht unter den Wolken. Immer wieder ziehen kleine Schauer durch. Kurz vor dem Store Belt wird das Wetter besser und wir fragen nach, ob wir auf 5000ft über die Wolken steigen können. Anfrage genehmigt und der schönste Abschnitt des Fluges steht bevor. Unter uns Wolken, Brücke und Wasser! Der Anflug auf Aerö gelingt dann wieder im Schauerwetter. Nach Tanken und Abwarten einiger durchziehender Cb fliegen wir Flensburg an. Ich ertappe mich dabei, wie ich den Flugleiter fragen will: „Do you speak English?“. Ist ja gar nicht mehr nötig! In Michaelisdonn legen wir noch einen Tankstopp ein. Flugleiter Uwe ist offensichtlich ein Verwandter von Brösel-Werner: „Joah, dann kommt man rundä. Die zwo-säx is oktiiv. Do gondeln noch´n poar annere Flieger rüm …“

Alles gut! Gegen 18.00 Uhr MEZ landen wir wohlbehalten in Surwold.

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