Unsere Vereinsgeschichte

Luftsportverein Papenburg in den 60iger Jahren1951
Unter der Überschrift “ Luftsportverein Papenburg im Kommen“ berichtete die Emszeitung in ihrer Ausgabe vom 05.10.1951 von der Gründungsversammlung des Luftsportvereins. Initiator war der damalige Bürgermeister G.Meyer, der Hans Beusse für seine Pläne so begeisterte, daß dieser auf einer ersten Zusammenkunft der Interessenten den Vorsitz übernahm. Er war begeistert bei der Sache und stellte den jungen Segelfliegern auf dem Deilmannschen Werksgelände am Turmkanal eine Werkstatt zur Verfügung. Als zweiter Vorsitzender wurde Heinrich Klasen gewählt, der auch lange Zeit der einzige Fluglehrer des Verein war. Verantwortlich für die Technik zeigten sich Herbert Hake und Hermann Strack. Da keine großen finanziellen Mittel vorhanden waren, wurde viel in Eigenarbeit gemacht.

1952/53 wurde ein Schulgleiter SG 38 gebaut, der am 18.10.1953 auf dem heutigen Segelfluggelände Steinberg bei Surwold von der Taufpation Frau Boner auf den Namen „Hümmling“ getauft wurde. Parallel zum Bau des Schulflugzeuges wurde ein alter Militär-LKW zur Startwinde umgebaut. Damit konnte die fliegerische Arbeit begonnen werden.

1954 Schon bald genügte der Schulgleiter den Ansprüchen nicht mehr. Ziel war die Anschaffung eines doppelsitzigen Schul- und Übungsflugzeuges, das in einer „Rhönlerche“ gefunden wurde, die sich am 24.10.1954 nach der Taufe auf den Namen „Emsland“ zum ersten Mal in die Lüfte erhob. Mit diesem Flugzeug war eine geeignete Grundlage für die Ausbildung geschaffen worden. Im Laufe der Jahre konnten mit der Rhönlerche etwa 5000 Starts gemacht werden. Hinzu kam ein einsitziges Segelflugzeug vom Typ „Baby“, das in erster Linie für die Weiterbildung der jugendlichen Segelflieger eingesetzt wurde.

1959
Im Jahre 1959 konnte ein einsitziges Übungsflugzeug vom Typ „Baby“ dazu erworben werden; das Baby wurde in erster Linie für die Weiterbildung jugendlicher Segelflieger eingesetzt.

1961
Da die zur Verfügung stehenden Flugzeuge auf die Dauer nicht mehr den steigenden Anforderungen der Piloten genügten, hielt der Luftsportverein Ausschau nach einem „Hochleistungssegelflugzeug“, mit dem bei entsprechender Thermik auch erste Überlandflüge durchgeführt werden konnten. Ein solches Flugzeug war der „Leistungs-Spatz“, der im Rahmen der Jubiläumsfeier zu 10-jährigen Bestehen des Vereins am 08.01.1961 durch die Frau des Papenburger Bürgermeisters, Frau Thea Meyer, auf den Namen „König Surwold“ getauft wurde. Schon bald sorgte diese „Superorchidee“ für Aufsehen. So gelang es Heinz Schleinhege, eine Flugstrecke von 230 km zurückzulegen. Als Ziel hatte er sich die Wasserkuppe in der Rhön (300km) gewählt. Ungünstige Wetterverhältnisse zwangen ihn jedoch, den Flug nach 6,5 Stunden abzubrechen und auf dem Segelflugplatz Atterhorn bei Olpe (Sauerland) zu landen. In der Folgezeit wurde in unzähligen Arbeitsstunden aus dem Schafstall, der auf dem Fluggelände stand, eine geräumige Flugzeughalle. Die Segelflieger bauten sich ferner eine feste Werkstatt, in der sie in den Wintermonaten ihre „Flieger“ überholten, so daß diese vor dem ersten Start im nächsten Frühjahr vor den Augen des Prüfers bestehen konnten. Statt des englischen LKW’s konnte dann auch eine vorschriftsmäßige Seilwinde erworben werden. Nach Abschluß dieser Arbeiten wurde wieder verstärkt geflogen. Es fanden regelmäßige Fluglagerstatt, in denen Anfänger bis zum ersten Alleinflug gebracht wurden.

1963Twin-Taufe
Am 16. März 1963 wurde der Flugzeugpark erneut vergrößert: Die Fliegergruppe erwarb eine Ka8b, die bis 1992 zum Bestand des Verein gehörte. Im August 1963 organisiert der Deutsche Aero Club e.V. unter der Leitung von Fluglehrer Heini Spieker ein Jugendsegelfluglager auf dem Steinberg. 12 Jugendliche aus Papenburg, Cloppenburg und Meppen nahmen daran teil. Fünf Jugendliche, darunter Heinz Schleinhege, Heini Siemer, und Rudolf Jungebloed absolvierten innerhalb dieses Lagers ihren ersten Alleinflug. Als erste weibliche Segelfliegerin absolvierte Renate Arnoldi ihre ersten Alleinflüge im September 1963 auf dem Steinberg in Surwold

1964
„Oldenburger Segelflieger“ aus Rostrup trainieren im Juni ’64 auf dem Steinberg in Surwold. Laut einem Zeitungsbericht aus diesem Jahr, veranstalteten die Rostruper auf dem Steinberg ein 14tägiges Sommerlager, da ihr eigener Platz während der Woche nicht genutzt werden konnte. 500 Starts konnten in diesem Lager durchgeführt werden.

Ka7 Taufe1970
Als Ersatz für die nun schon in die Jahre gekommene „Rhönlerche“ wurde 1970 das doppelsitzige Schulflugzeug Ka7 gekauft, von dessen Flugeigenschaften alle Piloten begeistert waren.

1972
Im Jahr 1972 wurde der Kauf einer Ka6 CR-Pe beschlossen. Diese wurde dann 2 Jahre später, nachdem Unbekannte den „Leistungs-Spatz“ in der Flugzeughalle angezündet hatten auf den Namen „König Surwold“ getauft. In den folgenden Jahren erforderten die Arbeiten am sich stark vergrößerten Flugzeugpark einen hohen Arbeitseinsatz aller Vereinsmitglieder.

1974
Mit dem Kauf des Segelflugzeuges „Blanik“ im Jahre 1974 wurde die Schulflotte des Luftsportvereins nochmals vergrößert, um der steigenden Mitgliederzahl gerecht werden zu können.

1975
Um den steigenden Startzahlen und dem Bestreben nach einer Platzzulassung für Flugzeugschlepp und Motorsegler gerecht werden zu können, mußten im Jahr 1975 gewaltige Erdarbeiten auf dem Fluggelände vorgenommen werden. Der Verein wurde dabei tatkräftig von einer Pioniereinheit der Bundeswehr unterstützt.

1978
Mit der Fertigstellung der Platzarbeiten konnte ein neuer Motorsegler, SF 25 C, vom Hersteller übernommen werden. Durch den Kauf dieses Flugzeuges drohte die alte Flugzeughalle aus den Nähten zu platzen.

1979
Dank der Bemühungen des damaligen 1.Vorsitzenden Walter Kessemeier und seines Vorstandskollegen Heribert Wessels konnte schon bald eine geeignete Halle gefunden werden. Diese wurde an ihrem alten Standort in Aschendorf abgebaut und auf den Segelfluggelände durch großen Arbeitseinsatz der Mitglieder und der Unterstützung vom Landkreis Emsland, der Stadt Papenburg und den umliegenden Gemeinden wieder aufgebaut. Der Groninger Studentenclub (GSA) und der Luftsportverein Papenburg e.V. vereinbaren eine Kooperation. Seit dieser Zeit beteiligen sich die Groninger Studenten mit eigener Flugzeugflotte am gemeinsamen Flugbetrieb.

1980
Im Jahre 1980 erfüllte sich ein großer Traum des Luftsportvereins. Die Anschaffung eines Kunststoff-Segelflugzeuges stand bevor. Die Wahl fiel dabei auf ein doppelsitziges Segelflugzeug, um die Ausbildingsmöglichkeiten im Streckensegelflug deutlich zu verbessern. Im Vergleich: Das Segelflugzeug „Blanik“ verfügt über eine Gleitzahl von 1:28, d.h. aus 1000 Meter Höhe kann man bei Windstille eine Strecke von 28 km zurücklegen. Mit dem neueren Schulflugzeug „Twin-Astir“ war es nun möglich, aus 1000 Meter Höhe eine Strecke von ca. 38 km bei einer durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von 120 km/h zu bewältigen. Eine neue Epoche im Streckensegelflug brach für die Segelflieger an !

1982
Damit die Segelflieger ihr Können ständig verbessern konnten, entschloß man sich für den Kauf eines einsitzigen Leistungsflugzeues mit der Typenbezeichnung “ Mistral-C“.

1989
Im Jahr 1989 war der Luftsportverein Papenburg Ausrichter des „Manfred-Krebs-Gedächnis-Fliegens“. Neben der Versorgung von 150 Segelfliegern wurden an vier Wertungstagen jeweils 40 Segelflugzeuge in weniger als 90 Minuten hochgeschleppt. Der Wettbewerb war ein voller Erfolg und alle Teilnehmer denken gerne an die Tage auf dem Steinberg zurück. Im Wechsel mit anderen befreundeten Vereinen findet dieser Wettbewerb jedes Jahr zu Christi-Himmelfahrt statt – alle 7 Jahre dann in Surwold.

1991
Mit der Inbetriebnahme der neuen Startwinde 1991 und der Anschaffung von weiteren Hochleistungssegelflugzeugen vom Typ „LS4“ sind die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft des Vereins gestellt.

Schöne Aussicht2004
Der Luftsportverein Papenburg und der Groninger Studentenclub werden auf dem Euregioforum gemeinsam für die 25 jährige Zusammenarbeit ausgezeichnet.

Abschließend kann man feststellen, daß sich der persönliche Einsatzwille aller Mitglieder wie ein roter Faden durch die Vereinsgeschichte zieht. Aber erst durch die gute Zusammenarbeit mit Kreis, Stadt und den umliegenden Gemeinden war es möglich, auf dem Segelfluggelände Steinberg bei Surwold eine hervorragende Möglichkeit zu schaffen, eine tolle Sportart auszuüben.